Handwerksbetriebe handelt, in denen dem Besitzer ein oder zwei
Gehilfen zur Hand gehen. Das ist wörtlich zu verstehen, denn
in diesen Betrieben werden alle Trompeten und Posaunen ausschließlich
von Hand hergestellt.
Irgendwann zu Beginn der neunziger Jahre reift in Manfred Schmelzer
der Entschluss, es selbst mit der Herstellung von Blasinstrumenten
zu versuchen. Warum er nicht mit dem Bau einer Posaune angefangen
hat, sondern das in der Konstruktion schwierigere Waldhorn wählt,
weiß er bis heute nicht so recht. Das Instrument ist zwar
letztendlich perfekt, aber Kosten- und Zeitaufwand lassen an eine
Rentabilität nicht denken. Dennoch ist das Ganze nicht vergeblich,
da er sich mit vielen Dingen beschäftigen muss. So sind die
richtigen Zusammensetzungen für die Legierungen zu erproben,
ist die Stärke des Materials für die Bögen und
Züge einer Posaune zu bestimmen, müssen Wege gefunden
werden, auf welche Weise sich das Material am besten formen lässt...
und so weiter ... und so weiter ...
Manfred
Schmelzer: "Bei unzähligen Gesprächen
mit Kollegen - Posaunisten wie Trompetern - bekam
ich mit, welche Probleme und Wünsche eine jeder
mit dem Instrument verknüpft. Ich selbst war
ebenfalls unzufrieden mit Posaunen von der Stange.
Sie wiesen eklatante Schwächen auf." |
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Posaunen aus der Trompeterallee
Schließlich, 1993, hat er seine erste Posaune fertiggestellt.
Der Käufer ist kein Geringerer als Chris Barber. Manfred
Schmelzer erinnert sich: "Es handelte sich um eine vergoldete
Posaune. Chris war begeistert von ihrem Klang."
So empfinden es in der Folgezeit (und bis heute) zahlreiche Musiker
aus aller Welt, die eine Posaune spielen, welche in der Trompeterallee
gefertigt worden ist. Unter ihnen beispielsweise Papa Bue, der
mit seiner Kopenhagener "Viking Jazz Band" immer noch
durch die Lande zieht,
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Doch Posaunen von Manfred Schmelzer sorgen nicht nur in Jazz-Formationen
für gute Töne - auch Orchester, die mit ihren Interpretationen
von klassischen Musikstücken begeistern, sind von dem Klang
aus Mönchengladbach angetan, so etwa das "Estonian National
Symphony Orchestra«, das in der estländischen Hauptstadt
Tallinn zu Hause ist und mittlerweile vier Schmelzer-Posaunen
sein eigen nennt, allesamt gefertigt aus einer Kupfer-Legierung.
Posaunisten, die sich der klassischen Musik verschrieben haben,
wählen gerne letztgenannte Legierung, da diese Instrumente
einen Klang erzeugen, der etwas dunkler und weicher ist als solche
aus einer Silber-Nickel-Legierung, deren Töne insgesamt heller
und durchdringender klingen (und die gerne von Jazz-Posaunisten
bestellt werden). Diese Unterscheidung ist jedoch nicht eine allgemeingültige,
denn letztendlich kommt es auf den individuellen "Sound"
des einzelnen Musikers an, welchem Material er den Vorzug gibt
- sei es nun eine Messing-, eine Kupfer-, oder die genannte Silber-Nickel
Legierung (wofür Manfred Schmelzer 925er Sterling-Silber
verwendet), wobei eine jede Legierung auch noch vergoldet und
die aus Messing gesandstrahlt werden kann. Wie sich die jeweiligen
Legierungen im einzelnen zusammensetzen, also welches Metall welche
genauen Anteile am Gesamtvolumen des Materials hat, verrät
der gebürtige Mönchengladbacher nicht, wohl aber, dass
jede Legierung - und darüber hinaus jeder Überzug (zum
Beispiel Gold) - Einfluss auf den Klang hat und dass die Wandstärke
der Bögen und Züge lediglich 0,4 oder 0,1 Millimeter
beträgt. Aus diesem Grund sind seine Posaunen auch erheblich
leichter als jene, die industriell gefertigt werden.
| Die
dünnen Bleche lässt sich der Posaunenmacher
Manfred Schmelzer fertig gewalzt liefern - hergestellt
nach seinen Angaben bezüglich der Legierung. |
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Und sie sind - verständlich bei diesem Aufwand - auch um
einiges teurer: Bezahlt der Interessent für ein industriell
gefertigtes Stück rund 500 Euro, so muss er bei einer Schmelzer-Posaune
- je nach Aufwand und Material- mit 2.300 bis 2.900 Euro rechnen.
Dafür erhält der Käufer aber auch eine originale
"Handcrafted Schmelzer Trombone" - nicht ganz, denn
die (nach seinen Vorgaben gefertigten) Mundstücke lässt
er sich nach wie vor liefern. Das sind etwa fünfzig bis sechzig
im Jahr, und in diesem Rahmen bewegt sich auch die Zahl der Posaunen,
die Manfred Schmelzer in seiner Werkstatt an der Trompeterallee
herstellt...
| "Seit
Jahren spiele ich jeden Abend auf meiner Schmelzer-Posaune.
Ich mag den Sound und die leichte Ansprache."
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Chris Barber |
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(Artikel und Bildmaterial wurden dem Journal
"C- das Herrenjournal für Lebenskultur No. 1, Seite 16-20"
entnommen. www.c-herrenjournal.com
Autor des Artikels: Hanns Dietrichsen, Foto: Jörg Knappe) |
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(Foto von: Jörg Knappe)
Vor jedem Verkauf testet
Manfred Schmelzer seine Instrumente in der Werkstatt. |
dann John Mortimer, der die Klarinette von Mr. Acker Bilk
mit seinem Spiel unterstützt, schließlich die
US Amerikaner Greg Boyer von "Prince" ("This
is the horn of my dreams"), Buddy Morrow von der "Tommy
Dorsey Band" sowie Doug Elliott von der "Artie
Shaw Big Band". Bobby Burgess, US-Amerikaner, Posaunist
der "Woody Herman Band" in einem Schreiben an
Manfred Schmelzer: "Deine Posaune ist die beste, die
ich je gespielt habe - und ich habe sie alle gespielt."
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